Reparaturcafé Göttingen: Hilfe zur Selbsthilfe!

Zum Jahresende haben die Organisatoren und Reparateure des Göttinger Reparaturcafés nach 15 Veranstaltungen eine Bilanz gezogen.

Die Resonanz auf das kostenlose Angebot war von Anfang an so groß, dass es im Holzhof fast immer eng wurde. 30 bis 70 Besucher mit entsprechend vielen zu reparierenden Geräten bedeuteten aber auch lange Wartezeiten und viel Arbeit für das Team. Durch die notwendige „Fließbandarbeit“ kam ein wichtiges Ziel des Cafés zu kurz: Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. „In der Regel haben die Reparateure repariert, die Besucher saßen daneben und schauten zu,“ sagt Thomas Heppel, einer der Organisatoren.

Nun hat das Team beschlossen, wieder zum Grundgedanken der Reparaturcafés zurückzukehren: Hilfe zur Selbsthilfe. „Wir erwarten von den Besuchern die Bereitschaft, mitzureparieren. Das beginnt mit dem Öffnen des Gerätes.“ erklärt Thomas Heppel. „Wir wollen die Besucher ermutigen, selbst Reparaturen durchführen zu können.“

Über ein weitere Beobachtung ist das Reparaturcafé-Team wenig glücklich: Viele der eingelieferten Geräte schienen lange nicht mehr in Gebrauch zu sein. Aber, so der Reparateur Burghard Heise: „Wir wollen helfen, Geräte des täglichen Gebrauchs, bei denen es aus unterschiedlichsten Gründen kaum möglich ist, sie selbst instand zu setzen, doch noch gemeinsam gebrauchsfähig zu machen.“ Denn, so Heppel, „wenn Sie etwas für Freunde reparieren, dann tun Sie das auch nur, wenn die Freunde das Gerät wirklich brauchen.“

Um für die wichtigen Reparaturen mit den Besuchern zusammen Zeit zu haben, „wollen wir weniger ‚Scheunenfunde‘ also Geräte, die jahrelang in Keller oder Garage rumoxidiert haben und nur hervorgeholt wurden, weil es ja jetzt diese netten Menschen gibt, die es für mich reparieren – ob ich es brauche oder nicht.“ Burghard Heise ergänzt: „Darum bitte – auch aus hygienischen Gründen – keine Geräte, die ihre Funktion wegen Verschmutzung aufgegeben haben.“

Burghard Heise macht es einfach Spaß zu reparieren und anderen zu zeigen, wie es geht. So wünscht er sich zum Beispiel: „Für ein Kind könnte es ein neues Abenteuer sein, gemeinsam mit einem Reparateur, ein Auto zu reparieren, damit die Rennbahn nicht verstaubt in der Ecke stehen muss! Wir ‚Alten‘ haben die Kunst der Reparatur verinnerlicht, doch wie ist es mit den Generationen nach uns? Ab in die Tonne, neu kaufen? Oder es selbst reparieren können! Selbstverständlich stehen wir auch Ratsuchenden zur Verfügung, sei es bei einer Neuanschaffung oder Handhabung von Geräten.“